Cold Brew versus Eiskaffee Cold Brew versus Eiskaffee


Cold Brew, Iced Coffee, Cold Drip, Slow Drip, Dutch Coffee, Ice Drip Coffee… die neumodischen Bezeichnungen fliegen uns gegenwärtig um die Ohren und alle haben sie eines gemein: Es geht um kalten Kaffee, allerdings nicht im sprichwörtlichen Sinne. Bei all diesen Sorten gibt es nämlich gehörige Unterschiede. Heute nehmen wir Sie mit in die Welt des kalten Kaffees und geben Ihnen Tipps für die Zubereitung dieser Erfrischung für die Sommermonate.

An erster Stelle muss zwischen traditionellem Eiskaffee und kalt gebrühtem Kaffee unterschieden werden, den wir in diesem Beitrag mit dem Oberbegriff „Cold Brew“ bezeichnen. Der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Sorten ist, dass Eiskaffee heiß aufgebrühter Kaffee ist, der heruntergekühlt wird und Cold Brew mit kaltem Wasser angesetzt wird. Hierdurch unterscheidet sich Cold Brew auch vom Geschmack her deutlich von Eiskaffee. Der Kaffee ist viel milder im Geschmack, hat wenig Bitterstoffe und ein volles Aroma.

Eiskaffee

Eiskaffee ist bereits seit Jahrzehnten bekannt und vor allem in mediterranen Ländern bei Touristen sehr beliebt. Von Eiskaffee gibt es viele Varianten, am geläufigsten ist aber sicher ein großes Glas mit eiskaltem Kaffee, einer Kugel Vanilleeis, Sahnehaube und einem guten Schuss Sirup. Diese Variante ist sehr süß und deshalb auch bei Nicht-Kaffeetrinkern beliebt. Ich persönlich finde, dass das Vanilleeis den Geschmack des Kaffees zu sehr übertönt und bevorzuge daher den echten „Iced Coffee“, also Kaffee, der mit vielen Eiswürfeln gekühlt wird. Der optimale Koffein-Shot an heißen Tagen. Und der lässt sich ganz leicht zubereiten:

► Nehmen Sie ein großes Longdrink-Glas und kühlen Sie es (eine Stunde im Kühlschrank reicht aus, nicht ins Gefrierfach!).
► Brühen Sie unterdessen einen starken Kaffee (nehmen Sie für die Standardmenge Wasser etwas mehr Kaffeepulver als üblich). Für ein Glas Eiskaffee benötigen Sie ungefähr 100-125 ml Wasser.
► Füllen Sie das Glas ungefähr bis zur Hälfte mit Eiswürfeln (für Naschkatzen: eine Kugel Vanilleeis pro Glas).
► Sie möchten es doch noch etwas süßer? Dann kaufen Sie eine Flasche Kaffeesirup (beispielsweise Karamellsirup) und fügen Sie einen kleinen Schuss hinzu.
► Gießen Sie den heißen, starken Kaffee dazu und fühlen Sie sich wie in der Karibik, während Sie Ihren Eiskaffee genießen. ❤

Cold Brew

Normalerweise wird Kaffee ja mit heißem Wasser gebrüht, bei Cold Brew nimmt man, wie der Name schon sagt, kaltes Wasser. Wer jetzt denkt, dass diese Art der Kaffeezubereitung erst vor kurzem in Amerika erfunden wurde, dem muss ich widersprechen. Erstmals erwähnt wurde sie in Japan unter der Bezeichnung „Kyoto Style Coffee“. Überlieferungen zufolge haben sich die Japaner diese Art der Kaffeezubereitung wiederum von den niederländischen Handelsschiffern der Ostindien-Kompanie abgeschaut, die keine andere Möglichkeit hatten, auf ihren langen Seereisen Kaffee zuzubereiten.

Global gibt es zwei Möglichkeiten für die Zubereitung von Cold Brew: Beim Dutch Coffee wird Eiswasser ganz langsam auf das Kaffeepulver geträufelt, während bei anderen Cold-Brew-Varianten das Kaffeepulver mit kaltem Wasser angesetzt und anschließend 12-24 Stunden in den Kühlschrank gestellt wird.

Der große Vorteil beim Dutch Coffee bzw. der Cold-Drip-Methode ist, dass das Eiswasser langsam durch das Kaffeepulver sickert, wodurch sich alle Aromen optimal entfalten können. Der größte Nachteil ist allerdings, dass diese Methode relativ komplex ist und man für den Hausgebrauch in ein spezielles Gerät investieren muss. Deshalb möchte ich hier nur auf die Cold-Brew-Methode eingehen, die jeder zu Hause einfach nachmachen kann.

Also bei der das Kaffeepulver in kaltem Wasser eingeweicht und danach gefiltert wird. Achtung! Der Kaffee muss mindestens 12 bis 24 Stunden im Kühlschrank ziehen, also setzen Sie ihn rechtzeitig an! Das liegt daran, dass der Kaffee Zeit braucht, um seine Aromen zu entfalten und das dauert mit kaltem Wasser viel länger. Für Ihren ersten Versuch benötigen Sie Folgendes: einen großen, verschließbaren Vorratsbehälter aus Glas und einen Standard-Kaffeefilter. Beides ist in jedem gängigen Haushaltswarengeschäft für kleines Geld erhältlich. Befolgen Sie nun die folgenden Schritte:

► Geben Sie den gemahlenen Kaffee in den Behälter, Und zwar jeweils 25 Gramm Kaffeepulver auf 100 ml Wasser.
► Nehmen Sie einen qualitativ hochwertigen Kaffee, denn je besser die Qualität, desto besser der Geschmack.
► Das kalte Wasser hinzufügen und vorsichtig umrühren. Das Gefäß verschließen und in den Kühlschrank stellen.
► Die Mischung nun mindestens 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, damit sich die Kaffeearomen in Ruhe entfalten können.
► Dann ist es endlich soweit: Das Gefäß darf geöffnet werden. Gießen Sie den Kaffee vorsichtig durch den Filter (Tipp: Benutzen Sie einen Aufsatzfilter, der für weniger als 1 Euro im Handel erhältlich ist).
Der Kaffee ist in dem verschlossenen Gefäß ungefähr anderthalb Woche im Kühlschrank haltbar, auch wenn er bei mir höchstens eine Woche reicht. Ideal als schnelle, erfrischende Tasse Kaffee! ❤

Noch nicht überzeugt von dieser Kaffeevariante? Dann hier mein letztes Argument: Der Kaffee hat 0 Kalorien! Im kalten Wasser lösen sich die Kaffeeöle nämlich nicht auf! Und nicht zuletzt ist Cold Brew Coffee perfekt, um ihn Gästen zu servieren, die eigentlich keinen Kaffee mögen oder Kaffee nur mit viel Milch und Zucker trinken, da er weder Bitterstoffe noch Säuren enthält.

Viel Spaß und Kaffeegenuss!

Ihre Julia